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Angelika Matthias

Themen aus meinen Erfahrungen und relevanter Literatur. Ich hoffe Sie finden es Nützlich.

Warum Emotionsfokusierte Paartherapie (EFT)?

Warum-Emotionsfokusierte-Paartherapie Beziehungsstress – was hilft in der Krise?

Diese Frage versuche ich hier auf meiner Webseite zu beantworten. Da ich schon seit 2013 mit der emotionsfokussierten Paartherapie arbeite und auch die Erfolge bei meinen Paaren sehen kann, freut es mich jetzt umso mehr, dass dieser Ansatz nun auch in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen wird.

Am 29.05.2022 ist bei Zeit online der Artikel „Emotionsfokussierte Paartherapie – ist die beste Therapie bei Beziehungskrach“ von Nadine Zeller erschienen.

Hier zitiert Nadine Zeller den Psychotherapieforscher Wolfgang Lutz von der Universität Trier wie folgt, „Vor allem eine Therapieform hat sich in den vergangenen Jahren als besonders wirksam erwiesen – auch wenn sie bisher in Deutschland kaum bekannt ist: die sogenannte emotionsfokussierte Therapie. Gemeinsam mit bestimmten verhaltenstherapeutischen Therapien, ist sie anderen Therapiemethoden überlegen, …“

Weiterhin beschreibt der Artikel auch das Grundprinzip, dieser Therapieform. Viele Studien haben ergeben, dass Paare in einer Beziehungskrise bestimmten Mustern folgen. Oft ist eine/r der/die Anklägerin und der/die Andere derjenige, der sich zurückzieht und verschließt, was dann immer mehr zur Eskalation der Situation führt.

Die Basis von EFT geht auf die Bindungstheorie von John Bowlby (1907-1990) zurück. Bowlby ging davon aus, dass eine sichere Mutter–Kind-Beziehung dem Kind Sicherheit, Vertrauen und Selbstbewusstsein gibt. Bei uns Erwachsenen ist es nicht viel anders. Eine gute, sichere Verbindung in der Partnerschaft lässt beide Partner sich als Freunde wahrnehmen und sich geborgen und glücklich fühlen. Umgekehrt ist es für uns Menschen schwierig, wenn diese gute Verbindung zu unserem Partner/in belastet oder gar unterbrochen wird. Daher ist es so, dass wenn gestritten wird, meistens um die verlorengegangene Verbindung gestritten wird. Oft reichen dann schon Kleinigkeiten und das Paar gerät aneinander.

Leider sehen sich die Partner dann nicht mehr als unterstützende Freunde, sondern nur noch als Feinde, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Hält der Zustand länger an, kommt man als Paar oft gar nicht wieder aus so einer negativen Dynamik raus.

Wir als Therapeuten helfen dem Paar dann, sich wieder verletzlich zu zeigen. Hier zitiert Frau Zeller auch meinen Kollegen Christian Rösler, Professor für Klinische Psychologie mit dem Schwerpunkt Familie an der Katholischen Hochschule in Freiburg: "Anstatt die Konflikte zu lösen, ermutige ich beide Partner immer wieder, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken – sprich sich verletzlich zu zeigen".

Als emotionsfokussierte Therapeuten helfen wir dem Paar, sich wieder als verletzliche Individuen zu sehen und füreinander da zu sein. Geht der Stresslevel runter, können beide auch wieder mehr Empathie füreinander haben. Nun können die Partner sich wieder als sicheren Hafen wahrnehmen. So ist es auch wieder möglich, Lösungen für die alltäglichen Konflikte zu finden. Ganz ohne Konflikt werden wir in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht auskommen können, da wir alle unterschiedlich sind und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Es ist daher wichtig diese voneinander zu kennen, so dass das Paar gemeinsam Lösungen finden kann. Paare mit einer sicheren Bindung, wissen, wie sie sich nach einer Auseinandersetzung wieder treffen können.

Falls ihr in einer Beziehungskrise steckt, so wartet nicht zu lange, um euch Hilfe zu holen. Vielleicht findet ihr eine/n EFT Therapeut/in in eurer Umgebung. Ansonsten habe ich durch die Pandemie sehr gute Erfahrungen in Online-Paartherapie gemacht. Daher könnt ihr gerne mich kontaktieren.